Freitag, 30.01.26 20:07Uhr
-0.3°C

Update

Krankenhaus drohte Evakuierung
Entschärfte Weltkriegsbombe ist weiter Thema in  Gummersbach

6 min

Bei der entschärften Bombe handelt es sich um eine amerikanische Fünf-Pfund-Bombe

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe am Mittwochnachmittag konnte diese am Abend entschärft werden. 

Donnerstag, 14.30 Uhr: Bürgermeister zieht positives Resümee

Am Tag nach der Bombenentschärfung  wurde der Einsatz nachbesprochen. Eine weitere Manöverkritik soll es kommende Woche im Verwaltungsvorstand geben, kündigt Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit an. Er hatte am Abend den Kontakt zu den betroffenen Anwohnern gesucht und war in der Eugen-Haas-Halle, die als Evakuierungsraum diente. „Die Menschen wurden vom DRK sehr gut versorgt“, so sein Eindruck. Im Rathaus tagte der Stab für außergewöhnliche Ereignisse unter Leitung des Ersten Beigeordneten Jürgen Hefner.

Glück im Unglück für die Behörden war, dass der Radius der zu räumenden Häuser nur bis zu Schüttenhöhe reichte. Hätte die Bombe etwas weiter in Richtung Schüttenhöhe/Gummersbacher Straße gelegen, hätte auch das Krankenhaus auf der Berstig geräumt werden müssen.

Bei dem Fund handelt es sich um eine Fünf-Zentner-Bombe

„Alle Prozesse waren erprobt und sind bewährt“, resümiert der Bürgermeister und erinnert an zuletzt stattgefundene Einsätze im Zusammenhang mit einem vermeintlichen Bombenfund oder angeblich radioaktivem Material. „Wir können Krise“, so Halding-Hoppenheits Fazit. Er sei froh und dankbar, erleben zu dürfen, dass er sich auf sein Team verlassen könne. Von den knapp 300 Menschen, die von der Evakuierung betroffen waren, kamen nur rund 20 in die Haas-Halle. Die übrigen kamen wohl bei Freunden und Bekannten unter.

Bei dem gefährlichen Fund handelt es sich um eine Fünf-Zentner-Bombe. Zwischenzeitlich hatte es dazu widersprechende Informationen gegeben. Dieses Stück und eine weitere Bombe waren bei Wegearbeiten im Zuge eines Flurbereinigungsverfahrens gefunden worden. Die eine Bombe war zerstört, die zweite musste entschärft werden.

20.48 Uhr: Die amerikanische Fliegerbombe ist entschärft

Der Einsatz in einem Wald zwischen Bernberg und Niederseßmar ist für den Kampfmittelräumdienst erfolgreich abgeschlossen. Wie Bürgermeister Raoul Harding-Hoppenheit gerade auf Nachfrage dieser Zeitung berichtet, ist die Fünf-Pfund-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Die Bewohner aus dem Bereich der Schüttenhöhe, die evakuiert worden waren,  können wieder in ihre Häuser zurückkehren.  

20.35 Uhr: Nur wenige Anwohner nutzen das Angebot in der Haas-Halle

Rund 20 der knapp 300 Anwohner sind in die Eugen-Haas-Halle gekommen, die übrigen zu Freunden und Bekannten gegangen. „Dieser Abend weckt Erinnerungen an den Krieg“, erzählt der 89-jährige Rolf Fiedler. Beim Einmarsch der Amerikaner sei seine Mutter die erste gewesen, die aus dem Bunker in der Dörnenstraße getreten ist. Anschließend musste sie die Soldaten zu ihrem Wohnhaus begleiten, die sich vergewissern wollten, dass dort keine deutschen Soldaten versteckt waren. Zuvor hatte die Familie zeitweilig in Münster gelebt und mehrere Luftangriffe in einem Hochbunker überlebt: „Beim Herauskommen sind wir über Bomben gestolpert.“

Die Bewohner der Schüttenhöhe hatten die Möglichkeit, in die Eugen-Haas-Halle zu kommen, doch das Angebot wurde nur wenig angenommen.

Seine Frau Adelheid findet das Ganze „doppelt aufregend“. Nicht nur, dass ganz in der Nähe eine Bombe gefunden wurde, sondern auch, dass plötzlich so viele Leute durch die Straße ziehen: „Zuerst habe ich gedacht, was wollen die alle. Ich hatte Angst, das könnte etwas Schlimmes bedeuten.“ Dass sie nun den Abend in der Halle verbringen, findet ihr Mann nicht schlimm: „Das sind ja alles Bekannte hier.“

Entsprechend entspannt ist die Stimmung in der Halle. Die zeitweise Heimatlosen halten Schwätzchen wie bei einem Nachmittagskaffee. Derweil werden sie vom DRK mit Kaffee, Wasser, Eistee und Müsliriegeln versorgt. „Aktuell sind rund 30 Kräfte aktiv“, schildert Jan Aretz, Zugführer der Gummersbacher Einsatzeinheit. Führungsassistentin Elisa Rau ergänzt, dass zudem bei bedarf wärmende Decken gereicht werden. Die Einsatzkräfte machen das weitere Vorgehen von der Bombenentschärfung abhängig. Aretz erklärt: „Wenn das noch etwas dauert, gibt es auch noch Gulaschsuppe und heiße Wurst mit Brötchen.“

19.54 Uhr: Luftraum gesperrt - Entschärfung beginnt

Die Entschärfung der Fünf-Pfund-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg beginnt jetzt. Zuvor war die Evakuierung abgeschlossen. Der Luftraum ist gesperrt worden. 

19.39 Uhr: Es soll keine kontrollierte Sprengung geben

Die dritte Klingelrunde in dem Evakuierungsbereich der Schüttenhöhe ist abgeschlossen, so dass die Bombe nunmehr entschärft wird. Das berichtet der Bürgermeister. Letzter Stand ist demnach weiterhin: „Der Räumdienst will die Bombe vor Ort entschärfen und den zweiten Zünder absägen, der erste ist wohl schon weg. Dann mit nach Köln nehmen, also keine kontrollierte Sprengung“, sagt Holding-Hoppenheit dieser Zeitung.

18.30 Uhr: Auch eine 101 Jahre alte Dame gehört zu den Evakuierten

Die Evakuierung ist inzwischen angelaufen. Das berichtet Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit. Der hat sich von der Feuerwehr an der Anlaufstelle vor Mikes Bikeshop auf den letzten Stand bringen lasse, ehe er mit Wehrschef Frank Raupach in Richtung Einsatzstelle gefahren ist. Stand jetzt ist es offenbar so geplant, dass die Bombe vor Ort entschärft werden soll. Einer der beiden Zünder ist bereits entschärft worden, der zweite soll jetzt noch folgen. Eine der betroffenen Bewohner, eine 101 Jahre alte Dame hat darum gebeten, sie unterstützen, nachdem sie zuvor bei der Polizei angerufen hatte und wissen wollte, ob das mit der Evakuierung seine Richtigkeit haben, was die Beamten konnten. Die Fremden in ihrer Straße waren der Seniorin mit guten Grund nicht geheuer vorgekommen. 

Gummersbachs Bürgermeister Raoul Holding-Hoppenheit lässt sich von der Feuerwehr über den Stand der Evakuierung aufklären.

17.20 Uhr: Pflegebedürftige Menschen bekommen Hilfe

Vertreter des Rettungsdienstes, des Gummersbacher Ordnungsamtes und Feuerwehrchef Frank Raupach beraten darüber, welche Maßnahmen noch getroffen werden müssen. Menschen, die pflegebedürftig sind und nicht selbst ihr Haus verlassen können, werden dabei unterstützt, in die Haas-Halle zu kommen. Eine Anlaufstelle ist an Mikes Bikershop eingerichtet worden. Wie der Erste und Technische Beigeordnete Jürgen Hefner berichtet, wurden in dem Waldgebiet am Mittwoch sogar zwei Bomben gefunden. Eine sei komplett zerstört gewesen. Die zweite aber offenbar noch intakt. Dass man bei den Arbeiten in dem Waldgebiet auf Bomben stoßen kann, sei auf Grund der Luftbildkarten erkennbar gewesen. Aus diesem Grund habe man, wie in solchen Fällen üblich, das Gebiet erst einmal sondert. Und sei schließlich auch fündig geworden.

17.10 Uhr: Krisenstab ist im Rathaus zusammengekommen

Die Stadt Gummersbach gibt gerade bekannt, dass nur noch knapp 300 Menschen aus 79 Häusern evakuiert werden sollen. Im Detail sind das die  Straßen An der Schüttenhöhe, Dörnenstraßen und Zum Silbersiefen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie Kameraden der Feuerwehr sind vor Ort und informieren die Menschen über die besondere Situation. Die Eugen-Haas-Halle ist bereits geöffnet und der Vereinssport, der dort am Abend hätten stattfinden sollen. wurde abgesagt.  Der Krisenstab, der im Gummersbacher Rathaus zusammengekommen ist, hat auch dafür gesorgt, dass die Menschen, die in die Halle kommen, dort versorgt werde

16.56 Uhr: Ein ganzes Wohngebiet muss seine Häuser verlassen

Rund 500 Gummersbacher aus dem Gebiet der Schüttenheöhe werden aktuell evakuiert. Grund ist der Fund einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in einem Waldgebiet zwischen Bernberg und Niederseßmar. Auf die war man im Rahmen eines Flurbereiningsverfahrens gestoßen und war bei Sondierungen in dem Wald fündig geworden, wie Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit berichtet.

 Im Augenblick werden die Bewohner in den betroffenen Straßen informiert und gebeten, sich in die  Eugen-Haas-Halle zu begeben. Es sei denn, man kommt bei Freunden oder Verwandten unter. Plan ist, dass die Bombe noch am Abend entweder vor Ort entschärft oder gesprengt wird, bzw. vom Kampfmittelräumdienst mitgenommen wird, wie der Bürgermeister sagt.  Weitere Informationen folgen.