Für seinen Appell zu mehr Demokratie, Vielfalt und positiver Stimmung erntete der ehemalige Bundespräsident Christian Wullf viel Applaus.
Mut-Rede bei CDU-EmpfangChristian Wulff begeistert in Lindlar

Nach einer beeindruckenden Rede dankt Moderator und Organisator Werner Sülzer (l.) dem früheren Bundespräsidenten Christian Wulff.
Copyright: Dierke
Stehende Ovationen von mehr als 200 Gästen, das hat es für die Rede eines demokratischen Politikers lange nicht mehr gegeben, und auch beim Neujahrsempfang der Lindlarer CDU war das bislang einmalig. Ebenso die hohe Zahl der Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Gesellschaft. Sie waren zum Empfang des Gemeindeverbandes in die Lang-Academy gekommen und von der Rede des Bundespräsidenten a.D., Christian Wulff, begeistert und inspiriert.
Stehender Applaus für Mutrede
Organisator und Moderator Werner Sülzer freute sich über den großen Zuspruch und stellte fest, dass sich der CDU-Neujahrsempfang, den es seit zwölf Jahren gibt, immer mehr zum Lindlarer Neujahrsempfang entwickle. Das zeige sich auch an der Anwesenheit der Vertreter von SPD und Grünen. Er begrüßte Michael Scherer, den Fraktionschef der SPD, und Patrick Heuwes, Sprecher der Grünen-Fraktion, und weitere Vertreter beider Parteien. In Lindlar müsse gerade jetzt viel neu aufgesetzt werden. Das habe gut angefangen, urteilte Sülzer.
Zu den zahlreichen Gästen gehörten unter anderem Landrat Klaus Grootens, der Bundestagsabgeordneter Carsten Brodesser, der Landtagsabgeordnete Christian Berger, der ehemalige Justizminister Peter Biesenbach, CDU-Fraktionschef Armin Brückmann, der neue CDU-Parteivorsitzende Hans Peter Scheurer, die neue Beigeordnete Diana Ottofülling, der ehemalige Lindlarer Bürgermeister und frühere Bundestagsabgeordnete Hermann-Josef Tebroke. Neben dem aktuellen Bürgermeister Sven Engelmann und seinem Engelskirchener Amtskollegen Lukas Miebach waren auch Michael Eyer, der frühere Beigeordnete und jetzige Bürgermeister von Overath, sowie Holger Scheel, Bürgermeister von Rönsahl gekommen.
Großes Potzenzial in Deutschland und Europa
Wulff schaffte es in seiner Rede, den Anwesenden trotz der zahlreichen, teils sehr belastenden aktuellen Herausforderungen Mut zu machen. Jede Krise biete auch eine Chance. Das Potenzial sei enorm und Deutschland immer noch die drittgrößte Wirtschaftsmacht. Wulff zeigte sich überzeugt, dass die Krise der Demokratie überwunden werden könne und müsse.
Gleichgültigkeit lasse die Demokratien zerbröseln. Er blickte 80 Jahre zurück, als Deutschland und Europa aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges neu aufgebaut wurden, skizzierte, wie durch Empathie und die richtigen Entscheidungen Europa zusammengewachsen sei. Aus der Vergangenheit müsse man die richtigen Konsequenzen ziehen und sich entscheiden, wie man leben wolle. Er forderte Mut statt Gleichmut, Vielfalt statt Einfalt, Diskussion statt Konfrontation.
Unabhängig von den USA werden
„Das leere Gefäß macht den größten Lärm“, habe schon Shakespeare gewusst, so Wulff mit Blick auf Extremisten. „Wir sind für unser Land selbst verantwortlich“, betonte er und zitierte aus einer Rede von Konrad Adenauer vom 3. April 1950, in dem der Bundeskanzler gesagt hatte, dass der Tag kommen werde, dass Deutschland und Europa von den USA selbstständig werden müssten.
Nach Wulff sprach Bürgermeister Sven Engelmann. Er blickte auf das Jahr 2025 zurück, das er als ein ehrliches Jahr bezeichnete. Vor allem deshalb, weil grundlegende Entscheidungen, etwa zum Ortskern, getroffen worden seien. Nach den Kommunalwahlen gebe es zwei Parteien mehr im Rat, die Kompromissbereitschaft sei deutlich spürbar. Danach berichtete der Landtagsabgeordnete Christian Berger über die Politik in Düsseldorf, der Bundestagsabgeordnete Brodesser über die Arbeit in Berlin.
