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Eindruck braucht AusdruckZwei Gummersbacher stellen im Rathaus aus

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Das Foto zeigt (von links) Gummersbachs Bürgermeistder Raoul Halding-Hoppenheit, Bettina Hecker-Hesse, Frau Sieling, Ibrahim Özbolat und Constantin Gogou bei der Ausstellungseröffnung im Gummersbacher Rathaus.

Die Vernissage im Rathaus wurde von Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (l.) eröffnet. 

Künstler, die Erfahrung mit psychischer Erkrankung haben, zeigen ihre Arbeiten im Gummersbacher Rathaus.

„Der Stift findet seinen Weg“, ist Ibrahim Özbolat überzeugt. Und Constantin Gogou sagt, das Malen sei ihm eine große Beruhigung, eine willkommene Pause vom Alltag.

Die beiden Gummersbacher stellen noch bis zum 9. Februar im Foyer des Rathauses unter dem Titel „Eindruck braucht Ausdruck – eine Ausstellung von Menschen, die Erfahrung mit psychischer Erkrankung haben“ ihre Werke aus. Initiator der Ausstellung ist das Sozialpsychiatrische Zentrum Gummersbach. Kontaktstellenmitarbeiterin Bettina Hecker-Hesse betont: „Uns geht es darum, zu zeigen, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung viel mehr sind als ihre Diagnose.“

Viele Fragen an die Künstler

Auf der Suche nach Möglichkeiten für Öffentlichkeitsarbeit, um psychischen Erkrankungen das Stigma zu nehmen, sei die Idee einer Kunstausstellung aufgekommen, berichtet sie und lacht: „Wir hatten lange Gespräche über das Wo, Wie und Wann – aber das Ergebnis jetzt finde ich sehr überzeugend!“

Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit eröffnete die Vernissage und sprach den beiden Künstlern seinen Dank aus. „Es erfordert einiges, Kunst zu präsentieren, die ja auch ein Stück der Seele des Kunstschaffenden offenbart. Betrachtende erhalten Einblicke in die Gedankenwelt des Malers und fällen vielleicht auch ein Urteil.“

Sich dem zu stellen, sei ein mutiger Schritt, rege aber auch zu Diskussionen an. Und genau das taten die Gäste der Eröffnung – sie ließen sich von Ibrahim Özbolat (50) und Constantin Gogou (46) ihre Kunst erklären, hatten viele interessierte Fragen. Ibrahim Özbolat, der mit Unterbrechungen seit seiner Jugend malt und zeichnet, ist sicher: „Die Bilder müssen nicht perfekt sein. Wichtig ist, seine Fantasie in Gang zu bringen, sich auszuprobieren.“ Er zeigt einen Überblick über die Jahrzehnte seines künstlerischen Ausdrucks und berichtet, er lasse sich aus dem Alltag heraus inspirieren, warte dann auf den richtigen Moment, um die Idee umzusetzen.

Die beiden Bilder sind am Abend vor der Vernissage entstanden. Aquarellfarben trocknen ja zum Glück sehr schnell.
Constantin Gogou, Künstler

Constantin Gogou hat vor rund fünf Jahren damit bekommen, das Malen für sich zu entdecken. Er erkundet seither Ölmalerei, Acryl und Aquarell, malt fotorealistisch oder mit leichtem Strich. Im Gespräch verrät er, wie seine Bilder sich manches Mal während des Schaffensprozesses noch verändern, wie er spontan Ideen umsetzt. Zwei Aquarelle sind so entstanden, denn der Künstler wünschte sich noch Ballettmotive für die Ausstellung: „Die beiden Bilder sind am Abend vor der Vernissage entstanden. Aquarellfarben trocknen ja zum Glück sehr schnell.“