Freitag, 30.01.26 21:34Uhr
-0.7°C

Serie

Bilanz und Ausblick
Eine neue Bibliothek und noch viel mehr für Gummersbach

4 min

Als letzte Amtshandlung weihte Bürgermeister Frank Helmenstein (M.) im Oktober mit Raoul Halding-Hoppenheit (l.) und Jürgen Hefner die neue Bibliothek im EKZ Bergischer Hof ein.

Was war? Was kommt? Wir blicken zurück auf das Jahr 2025 und voraus auf 2026. Welche Projekte sind gelungen, welche gescheitert, wo stockt es noch? Heute schauen wir nach Gummersbach.

Vieles von dem, was der damalige Bürgermeister Frank Helmenstein Anfang letzten Jahres bis Ende 2025 erledigt haben wollte, ist so eingetreten. So wurde mit seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt Ende Oktober wurde die neue Bibliothek eingeweiht. Ein „Herzensprojekt“, wie Helmenstein es immer genannt hat. Die aktuellen Nutzerzahlen, die sein Nachfolger Raoul Halding-Hoppenheit kürzlich präsentierte, zeigen, dass das Projekt „Neu Bibliothek“ den Nerv der Bevölkerung getroffen hat. Mit dem Start der neuen Bibliothek im EKZ Bergischer Hof einher geht der Umzug der Gummersbacher Volkshochschule genau an diesen Ort. Für die VHS sind es die ersten eigene Räume.

Die Benennung der Bücherei sorgte indes zwischenzeitlich für etwas Unruhe. Nachdem der alte Stadtrat sich nicht dazu hatte durchringen können, Helmenstein zum Ehrenbürger zu machen, sollte die Bücherei nach ihm benannt werden. Doch das löste in der Bevölkerung Diskussionen und Kritik aus, so dass Frank Helmenstein darauf verzichtete und am Ende den Ehrenring bekam.

Startschuss für die Lilli-Henoch-Sporthalle

Wie geplant fiel auch der Startschuss für den Bau der Lilli-Henoch-Sporthalle in Strombach. Die Benennung der Halle nach der jüdischen und von den Nazis ermordeten Sportlerin hatte Helmenstein noch mit der damaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Sabine Grützmacher eingestielt, nachdem die Gummersbacherin der Kreisstadt in Berlin bei der Beschaffung von Fördermitteln behilflich war. Mit dem Bau der Sporthalle einher geht auch die Schaffung eines neuen Wohngebiets, für das die Erschließung bereits erledigt ist. In Bau ist auch das neue Feuerwehrgerätehaus für die neue Einheit Homert zwischen Lieberhausen und Piene. Dieses Projekt hat einiges an Kraft gekostet. Als Herausforderung hat sich die Suche nach einem geeigneten Grundstück erwiesen.

Ebenfalls für die Feuerwehr neu gebaut werden soll auf dem Bernberg. Hier gehen die Einheiten Dümmlinghausen und Bernberg zusammen. Und das auf einem Grundstück ganz oben auf dem Nordring. Und weil die Kita am Sportplatz derart in die Jahre gekommen ist, dass dieses neu gebaut werden muss, wird das städtische Areal am Nordring dafür gleich mitgenutzt. Aber nicht nur bei den Gebäuden stellt sich die Gummersbacher Feuerwehr neu auf. Die Feuerwehr ist innerhalb der Verwaltung zu einem eigenen Fachbereich geworden, und die hauptamtliche Wache bekommt ein neues Schichtsystem . Mit der gleichzeitigen Verstärkung um 13 Beschäftigte kann die Stadt die Zeit für das Erreichen der Einsatzorte klar verbessern und ihre Berufsfeuerwehr zugleich zu einem attraktiven Arbeitsplatz machen.

Auf der Suche nach einem weiteren Beigeordneten

Ende des Jahres wurden dann die Weichen an der Verwaltungsspitze neu gestellt. Frank Helmenstein wollte nach 21 Jahren im Bürgermeisteramt nicht noch einmal verlängern. Auf ihn folgte der bisherige Erste Beigeordnete und Stadtkämmerer Raoul Halding-Hoppenheit. Er setzte sich bei der Kommunalwahl deutlich gegen SPD-Fraktionschef Thorsten Konzelmann durch. Innerhalb des Rathauses rückte Jürgen Hefner nach auf den Posten des Ersten Beigeordneten. Ein weiterer Beigeordneter, der zugleich auch neuer Kämmerer werden soll, wird gerade gesucht, die Ausschreibung ist abgeschlossen. 15 Bewerbungen hat es gegeben. Jetzt wollen Politik und Verwaltung sehen, wer am besten für die Kreisstadt passt.

Auf das Trio an der Verwaltungsspitze und die Politik warten einige Aufgaben. Die Etateinbringung hat gezeigt, dass sich Gummerbach zwar über Gewerbesteuereinnahmen in noch nie dagewesener Höhe freuen kann. Doch die zuletzt verbuchten 59 Millionen für das Jahr 2025 sind bei den Ausgaben, die die Stadt zu stemmen hat, beinahe untergegangen. Aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar ist, dass das Gewerbesteueraufkommen mit Beginn der Amtszeit von Frank Helmenstein bei 15,8 Millionen Euro gelegen hatte. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die rund 900 Unternehmen in Gummersbach zurückzuführen. Die Top 40, so die Aussage von Halding-Hoppenheit leisten pro Jahr einen Beitrag von 100.000 Euro bis hin zu mehreren Millionen Euro Gewerbesteuern.

Kein Wunder, dass der Bürgermeister auch für die Zukunft interessierten Unternehmen Fläche anbieten möchte. Vorratsflächen, die im Regionalplan ausgewiesen sind, stießen zuletzt bei der Bevölkerung von Herreshagen oder Rospe aber auf strikte Ablehnung. Herausforderungen, die gelöst werden wollen, haben sich erst in den letzten Wochen sehr deutlich aufgetan. Geht es nach dem VfL Gummersbach, dann wird die Schwalbe-Arena vergrößert. Wer das bezahlen soll, ist aktuell noch kein Thema, weil erst einmal geprüft werden soll, was technisch geht. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die vom VfL ins Feld geführten 2000 zusätzlichen Plätze wohl Wunschdenken bleiben werden. Ganz anders sieht es mit dem Festplatz auf dem Steinmüllergelände aus. Der ist zwar für einen Theaterneubau reserviert, hat sich aber bereits als Location fürs Winterdorf und das Schützenfest bewährt. Der Bürgermeister sagt, dass er den Beschluss aufheben lassen und den Weg für einen Festplatz ebnen will. Und das alte Bühnenhaus, das seit Mitte 2018 dicht ist, will Halding-Hoppenheit abbrechen lassen.