Die GebĂ€ude Lepperhammer 19 bis 21 mĂŒssen in Folge des Hochwassers abgerissen werden.
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Engelskirchen â Die BefĂŒrchtungen von Architekt Ralf Rother nach dem Hochwasser vom 14.â Juli haben sich bestĂ€tigt: Der Praxis-Komplex am Lepperhammer muss abgerissen werden. Das gilt nicht nur fĂŒr den vor wenigen Jahren von Rother von Grund auf sanierten und modernisierten Altbaubestand, sondern auch fĂŒr den Neubau, in dem die Kinder- und Jugendpsychiatrische Praxis von Dr. Christian Kiefer untergebracht war.
Kiefer hat vorerst fĂŒr zunĂ€chst sechs Monate eine neue Bleibe gefunden. Mit seinem Team richtet er sich gerade im Ecolut Center in Engelskirchen-Oberstaat, oberhalb von Ehreshoven, ein. Jörg Deselaers als Vertretungsberechtigter des Hauses hatte diese Möglichkeit kurzfristig geschaffen. âDafĂŒr sind wir extrem dankbarâ, sagt Kiefer. âWir sind froh, dass wir dadurch jetzt so schnell wieder starten können.â Zumal sich Kiefer und Deselaers vorher gar nicht persönlich kannten.
RĂŒckhalt von Patienten
Am Tag nach dem Hochwasser hatte sich Kiefer verschiedene angebotene RĂ€umlichkeiten angesehen. Der Engelskirchener BĂŒrgermeister Dr. Gero Karthaus hatte Angebote unterbreitet, so Kiefer. Er sah sich zudem im St. Josef-Krankenhaus und der Aggertalklinik um. Aber all diese RĂ€ume entsprachen nicht komplett den Anforderungen. Das Ecolut Center war dann ein Treffer.
Die Kinder- und jugendpsychiatrische Praxis von Dr. Christian Kiefer zieht derzeit um ins Ecolut Center bei Ehreshoven.
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Kiefer betreibt eine von nur zwei niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxen im Oberbergischen â das heiĂt: Seit dem 14. Juli war die HĂ€lfte der oberbergischen KapazitĂ€t weggefallen. Das Ă€ndert sich jetzt bald wieder. Nach zwei behelfsmĂ€Ăigen Sprechstunden in dieser Woche nimmt die Praxis von Dr. Kiefer am 20. September den Regelbetrieb wieder auf. Zwar muss die Praxis nun mit der HĂ€lfte der bisherigen FlĂ€che auskommen, aber dafĂŒr ist die Etage modern ausgestattet und bereits möbliert.
Ein wichtiges Detail, denn das Hochwasser, so Dr. Kiefer, hat die komplette Inneneinrichtung der Praxis zerstört. âWir haben neue Möbel bestellt, aber die Auslieferung soll erst in der ersten Novemberwoche erfolgen.â
Hochwasser stand 1,5 Meter hoch in der Praxis
Das Hochwasser der Leppe hat an jenem 14. Juli fast anderthalb Meter hoch in der Praxis gestanden. Viel war da nicht mehr zu retten. Umso gröĂer war beim therapeutischen Personal und dem ganzen Praxisteam die Freude, als sich zunehmend Patienten meldeten, die helfen wollten. Es kamen Spendenangebote, Patienten wollten beim Schleppen helfen, oder gar das eigene Dachgeschoss als Ausweich-Praxis zur VerfĂŒgung stellen. âDer RĂŒckhalt war schon extrem, dafĂŒr sind wir superdankbarâ, sagt Dr. Kiefer.
Derweil hat im Lepperhammer der Abrissbagger die Regie ĂŒbernommen. âWir haben die Freigabe, die GebĂ€ude 19 bis 21 abzureiĂenâ, erklĂ€rt Architekt und EigentĂŒmer Ralf Rother. Damit verschwindet das ganze Ensemble benachbarter Arztpraxen . âIch beschĂ€ftige mich jetzt mit WiederaufbauplĂ€nen an verĂ€nderter Stelle und mit verĂ€nderter Architekturâ, sagt Rother.
Dem Fluss will er genĂŒgend Freiraum geben. Vor dem Hochwasser floss die Leppe wie durch einen Kanal direkt unter der Praxis von Dr. Thomas AĂmann hindurch. âDer Fluss wird freigelegt, da gibt es in KĂŒrze AbstimmungsgesprĂ€che etwa mit der Unteren Wasserbehörde und dem Aggerverbandâ, sagt Rother, der NĂ€gel mit Köpfen machen will, damit die Bauruine schnell verschwindet.
Bereits am Donnerstag und Freitag , 26. und 27. August, bietet Dr. Christian Kiefer am neuen Standort behelfsmĂ€Ăige Rezept-Sprechstunden statt. Der regulĂ€re Betrieb der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis beginnt im Ecolut Center, Oberstaat 6, am 20. September.